Genossene Einsamkeit

So.

So schnell bin ich wieder unter mir selbst. Ich allein in Luft und Raum, nur mich, meinen Atem, mein Geist, mein Wille.
Es war ein anstrengendes Wochenende, voller Genuß, aber auch voller Selbstzweifel.
Es ist schwer zu differenzieren, was von allem noch gefühlte Ehrlichkeit oder erzwungener Selbstnutzen ist. Es steht in der Luft, dass etwas nicht stimmt und es dauert nicht mehr lange bis das klärende Gespräch folgen wird. Es ist nicht das Gespräch, was ich erwarte, sondern die tausend Probleme, die es mit sich ziehen wird. Die Zeit wird unbequem und so werde ich alles darum geben mein Ich nochmal zu genießen. So wie jetzt.

Ich kann es auch wieder alleine für mich genießen vor dieser Kiste zu sitzen. Nach der Mail kam natürlich, überraschender Weise, nichts. So waren meine Gedanken heute noch dabei morgen anzurufen. Ich schlug mir auf die Finger, ich werde das sein lassen. Sie wird schon kommen. Irgendwann. Irgendwann wird auch bei ihm der Moment dafür gekommen sein und ich hoffe, dass ich danach noch in Lachen verfallen kann statt in Tränen. Der Pessimist in mir schlägt durch, so optimistisch ich auch immer bin. Es ist einfach Grütze da zu stehen wo man steht. Die Zeit wird es bringen.
Hoffe ich.
Es fehlt nur noch ein kleines Stück zum Glück. Nach Afrika sah noch alles so gut aus. Vielleicht habe ich das Glück auch nur ausgereizt und nun muss ich viel Vertrauen entgegen bringen um es wieder aus seinem Loch zu locken. Tag für Tag um Stück für Stück. Ganz bestimmt.

Es tut auch gut ab und zu einfach blond und blauäugig zu sein. Man ist es, man darf es und keiner ist einem böse drum.

Vielleicht werde ich diesen umhüllten Moment noch mit einer Gesichtsmaske abrunden und mir danach gekonnt die Fingernägel in grässlich Lila lackieren.
Tussi Ton in Ton. Für diesen Moment.

Natürlich den Blick immer auf mein Mailfach gerichtet.

Haibane

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Mhm..

"Jamboo mein Lieber,

ich habe wirklich lange mit mir gerungen erneut zu schreiben.
Ich habe versprochen Geduld zu zeigen und ich bemühte mich stets Tag für Tag darum, habe versucht mich abzulenken, in den Tag hinein gelebt und immer leise für mich gehofft, vielleicht etwas von dir zu lesen.
Ich habe mir auf die Finger gehauen, als ich dich anrufen wollte, habe Julia angemacht, damit sie es auch nicht tut, habe mir extra deine Bilder nicht mehr angesehen und ich weiß nicht wieviele Ohren vollgejammert.
Ich bin in eine neue Stadt gezogen, habe meine Erholung gesucht, habe den Vögeln gelauscht, dem Wind, habe versucht aus Kleinigkeiten Zeichen zu sehen und so langsam ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich einfach nicht nichts machen kann.
Ich kann es nicht verneinen, mein Herz nach Afrika nicht mitgenommen zu haben. Ich merke es, andere unangenehmer Weise auch. Vielleicht sehe ich mehr in den Dingen als ich sehen sollte, vielleicht wollte ich auch Anfangs nicht mehr als das was zwischen uns war
Wo stehen wir beide jetzt?
Du hast mir gesagt, ich würde mehr von dir erfahren, es bedarf Zeit. Diese habe ich, diese gebe ich und es fällt mir wirklich nicht leicht so geduldig hier zu sitzen ohne zu wissen wofür ich Geduld aufbringe. Werde ich am Ende belohnt, oder werde ich bestraft? Es vergeht eine lange Zeit und ich habe Angst vor dem, was mich vielleicht demnächst erwarten wird. Ich will nicht aufdringlich wirken, das weißt du. Du weißt auch, dass ich viel zu viel denke (für meine Haarfarbe..) und mir zu oft und zu lange den Kopf zerbreche.
Nur sage mir doch wenigstens welchen Stellenwert ich bei dir habe und warum ich nichts weiter von dir habe als diese Emails. Es fällt mir schwer zu verstehen, warum du Zuhause keine 15 Minuten Zeit hast um in Ruhe durch deine Mails zu sehen und warum auch keine Mail mehr kommt.
Verrate mir, ob du immernoch versuchst, mich aus deinem Kopf zu bekommen, oder ob mehr dahinter steckt.
Verrate mir, warum ich hier Minuten vor dem verbringe, was mir von dir geblieben ist und was du immer in genau diesen Momenten tust.

Ich bin verunsichert und ich wäre dir wirklich dankbar, wenn du zumindest ein paar Worte finden könntest um die Situation etwas angenehmer zu gestalten.

Ich werde auf dich warten, wie immer, aber das weißt du ja bereits.

In Liebe,

- ... - "

Haibane

Klick und weg damit.

Hossa! Jetzt wo du's sagst.. Du bist ja unsere Tochter...?!

Völlig unerwartet und total überraschend ging über meiner Heimatstadt ein Licht auf.
Nach fast 25 Jahren, ich bin ja noch jung, ist ja nicht schlimm.

Wahnsinn, wie es möglich ist all die Jahre völliges Desinteresse zu zeigen und sobald das kleine Küken das Nest verlässt plötzlich in Hysterie zu verfallen. Schlimmer noch, wenn das Küken plötzlich nicht mehr 60km weit entfernt ist sondern ach so weite, am Ende der Welt liegende, 150km! Wie konnte das nur passieren? Was haben wir falsch gemacht? Wir werden uns sicher nieeee wieder sehen..
Drama Drama Drama!
Wär alles anders gekommen, hätte man mir in all den Jahren nur ein einziges Mal zugehört?

"Wie konntest du da oben nur schlafen, die Wände sind ja so hellhörig"
1. Ich hatte keine Wahl
2. Wolltet ihr nicht den Keller sondern den Dachboden ausbauen
3. Musste ich für mich ja eine Lösung finden

"Ist das immer so laut, wenn der Regen auf die Fenster fällt?"
1. Nein, ich habe immer Watte auf das Dach gelegt, damit ich schlafen kann
2. Wenn die Watte ausgegangen ist habe ich meine Superkräfte genutzt um den Regen umzuleiten
3. Habe ich euch das nicht geschätzte 10.000 Mal erzählt.

"So ist das halt".

"Ich glaube wir haben einen Marder auf dem Dach"
1. Nein, als ich eine Maus gehört habe, war das auch nur Dreck der von den Dachziegeln rutscht
2. Nein, das Piepen muss von irgendeiner Uhr gekommen sein
3. Ich hatte nie Müll in meinem Zimmer sondern Dinge, denen ihr nie Beachtung geschenkt habt

Nun ist das Geheule groß, die Welt scheint sich gedreht zu haben und wir müssen uns daran gewöhnen, dass die alten Zeiten nie wieder zurück kommen. Es wird keine Brockengänge im Harz geben, wir werden nie wieder durch den Wald spazieren gehen, nicht mehr schwimmen, keine Geburtstagsparties feiern, es wird nie wieder die ganze Familie an einem Tisch sitzen, denn diesen Tisch haben nur wir Kinder zusammen gehalten.
Wir brechen auseinander und dieses "Charmed" wird es unter uns Mädels nie wieder geben.
Die Realität ist hart und keiner von uns hat je verlangt dies auszusprechen. Dennoch ist es da und es ist Präsent in jedem Raum.

Es ist vorbei und weint nicht um mich. Ich werde es anders machen, versprochen.

Haibane

Gomenasai - I never needed a friend - like I do now..

Only 4 you..

Mein letzter Tag hier in Hannover.
Bei meinem letzten Gassi gang ein letztes Mal über die Felder, unter den Flugzeugen, den Rehen wie sie immer an den gleichen Stellen stehen.. Habe ich versucht das zu suchen, was wohl ein jeder haben sollte, wenn er einen Ort verlässt, an de
m er so viele Erinnerungen gesammelt hat..

Da war nichts.
Habe ich versucht auch nur ein Gefühl zu empfinden, so kam einfach nichts aus mir heraus. Ich habe auf dem Weg, ein letztes Mal, zu meiner Filiale versucht eine gewisse Trauer zu spüren - nichts.
Es war einfach.. nichts.

Meine Gedanken sind bei ihm, dir, wie auch immer. Mein Herz, meine Seele, mein ganzes Ich scheint hier nicht mehr zu spielen und auch nicht mehr zu zählen.
Wenn selbst der Teufel flucht, die Götter kämpfen und ich alleine an meiner Stelle stehe..
Könnte ich den Hauch des Windes nur gegen eine Berührung von dir eintauschen. Könnte ich die Vögel zum sprechen bringen, damit sie mir von dir berichten können. Ich fühle mich allein gelassen und es ist mir unverständlich, wie du es schaffst deinen Alltag zu leben als wäre nichts gewesen.
"Wenn bei uns alles in Ordnung wäre, dann wören wir nicht in dieser Situation", so oder so hast du es gesagt. Warum ist dann bei dir anscheinend doch alles oke?
Ich erkenne meine Rolle in dem Spiel nicht, aber ich sehe nach jedem Tag meine Figur ausserhalb des Spielfeldes. Jeder Tag an dem ich absolut nichts höre.
Wie an meinem letzten Tag. Nichts.
Es fällt schwer sich selbst zu belügen, weißt du, es vergeht zu viel Zeit um uns herum und sie zieht sich jedes Mal länger. Kein Foto der Welt kann die Situation ändern.
Geduld brauche ich, hast du gesagt, ich bin geduldig, wenn ich doch wüsste wofür. Mein Status steht auf der ersten Stufe von vielen deren Ende ich nicht sehe, aber keine Kette kann die Belastung tragen, fehlt auf dem Weg ein Glied.
Wortspiel?
Lauter Interpretationen um nichts - wiedermal nichts.

Mein Tag wäre nur ein bisschen leichter, wenn ich wüsste wofür. Sag mir was ich für dich bin, wann ich es bin, ob ich es bin und verzeih' mir meinen Egoismus, schreibe ich doch täglich mit mir selbst um meine Gedanken zu ordnen.
Meine Nacht macht es nicht ruhiger. Bist du überall und nirgendwo. Als würde ich einem Geist nachjagen.

Ist es wirklich so leicht eine Person zu ignorieren? Wie schlimm kann das eigene Ich sein, um Personen komplett aus einem Gedächtnis zu löschen, müsste es doch zumindest im Herzen weh tun, müssten doch Vorwürfe entstehen.
Geduld ist eine Tugend, hast du gesagt..
Was ist mit Ehrlichkeit?

Ein ganzes Nichts in einem Eintrag. Wo nichts im Herzen, da auch nichts nach Außen, nichts Primär, nichts wertvoll..
Nichtig - Überflüssig

Könntest du mir zumindest zu verstehen geben, dass ich nicht nichts bin und wenn ich es wäre, nichtig zur Ruhe gehen kann..

Für's Nichts, im Nichts.

Haibane

Von getrenntgechlechtlichen Unebenheiten und Misverständnissen

Das Thema ist so langweilig, dass es schon wieder gut wird..

Wenn ein Mann davon spricht, an eine Frau denken zu müssen und, dass sie in "ihm wohnt".. Hat er jetzt davon gesprochen, sie in sein Herz geschlossen zu haben oder meinte er in dem Moment seine Hüftregion?

Reden wir aneinander vorbei, wenn wir voneinander hören/ lesen/ whatever? Wenn die letzte Mail ein "Schlaf gut" beeinhaltet, ist es dann normal, dass ich jetzt schon den 3. Tag durchschlafen hätte müssen? Denn das war der letzte Moment, an dem ich von ihm las..

Wenn ich mich doch so in sein Leben gedrängt habe, warum hält er mich dann so sehr davon heraus? Wieso habe ich alle Türen (und das sind viele) offen gehalten und warum bleibt mir nichts als diese scheiß Mailbox.
Es ist nicht fair und noch weniger, dass ich nicht einfach hinfahren darf, nicht anrufen, nicht von dir erzählen.. Wie ein streng gehütetes Geheimnis, nur wofür? Wenn ich mein Glückes Schmied selber bin, warum darf ich dann nicht weiter daran arbeiten? Ich fühle mich wie vor die Maschine gesetzt mit dem Verbot zu handeln, aber am Ende ein Ergebnis zu liefern.
Es macht mich traurig und ich weiß nicht, ob ich schonwieder vorran schreiten soll oder warten. Ich habe so lange gewartet und wäre es nicht an der Zeit, mich in diese Position zu bringen? Warum werde ich jedesmal hinten angestellt um dann zu hören, doch ganz vorne zu sein.
Ich fühle mich taub unter all den Stimmen, gelähmt unter den falschen Berührungen und blind, wenn ich nur eine Sekunde an ihn denke und sein Bild vor mich führe. Als stände ich vor einer Glasscheibe durch die ich hindurch müsste um endlich die andere Seite betreten zu können und doch stellt er sich in den Weg. Warum das Ganze.

Selbstzerstörerisch und doch brauche ich das. Ich brauche ihn, will ich doch unabhängig bleiben. Hätte ich meine Seele als Einsatz genommen, hätte vieles anders ausgesehen? Hätte ich mich hingeben sollen?
Unter schreien, fluchen, Schmerzen, Tränen, Angst..
Über Glück, Liebe, Hingabe, Zufriedenheit, Stolz..

Vielleicht noch eine Mail, es tut nicht schon weh genug.

Haibane

Gut gebrüllt, kleiner Löwe

Ich kann es riechen..
Warme Luft, etwas Staub, Morgengrauen.
Ich sehe es durch geschlossene Augen und höre die Ferne, die Freiheit, Sonnenaufgang, neues Leben, mich.

Ich öffne die Augen und sehe..
Ein großes Glas voll Schrott.

Shit happens. Das Leben ist kein Ponyhof. Carpe diem und vor allem: Lebe deinen Traum.
Lieber Himmel, wie sehr wünschte ich mir bei diesen Sätzen zu kotzen. Ich müsste dadurch um die 15kg wiegen und könnte vielleicht die Engel singen hören.
Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber Gold wollte ich auch nie haben. Ich freue mich über den Glanz der Welt, der eine schmierige Schicht voll Pech, Unrat und Leid mit sich zu ziehen scheint, ansonsten würde ich dort nicht dauernd reinlatschen, hatte ich es vor mich kurz umzudrehen.
Bäm!
Es ist unglaublich wie schön und scheiße zugleich diese Welt sein kann, schizophren, ich sage es doch immer wieder. Mein Schatz.
Wieso werde ich über den Haufen gerannt, wenn ich einem Regenwurm vom Fußweg helfe. Wieso ernte ich Neid bei Dingen die für mich selbstverständlich scheinen. Wieso genau brülle ich in die Savanne, wenn es vergebens ist damit auch nur in ein Ohr zu dringen.

Lach doch mal.
Bäm!

Ich weiß, dass ich nie alleine bin. Zumindest kenne ich 2 Schutzengel, die immer auf mich aufpassen werden und ich glaube es ist an der Zeit diesen einmal dafür zu danken, dass ich nur über den Haufen gerannt wurde, es hätte auch ein LKW sein können.
Danke auch dafür, dass ich durch einen Schneeschieber in Ohnmacht gefallen bin, es hätte auch der Stapler sein können.
Auch vielen Dank dafür, dass ich in Afrika als erste kotzen durfte. So kannte mich gleich jeder und ich hätte wohl kaum die Chance gehabt einen jemand kennen zu lernen.
Vielen Dank also, dass es so viele Momente in meinem Leben gibt, an denen ich an euch denke. Sei es mir verziehen, dass meine Gedanken zu 99% damit zu zun haben, an einen anderen zu denken um zu denken, dass ihr euch doch einen Ruck geben könntet, ihm einen Ruck zu geben und mir ein bisschen das Gefühl zu entlocken zumindest annähernd anziehend und uuuuuuunwiederstehlich zu sein. Nein, nicht unAUSstehlich, unWIEDERstehlich!
Ihr tut was ihr könnt. Das weiß ich.
Also spielt wieder "I've got a feeling, that tonight's gonna be a good night.." und lasst diese kleeeeine >(1)< an meinem Mailfach aufblinken. Lasst mich die Finger überschlagen welcher zuerst auf den Reiter klickt und lasst meine Augen wieder glänzen in dem ich eine Mail von ihm habe.

Hach, so grob überschlagen liebe ich mein Leben eigentlich doch noch ganz schön.

Es sei auch ein Gedanke an meinen Vater gewidmet, dessen Horoskop heute so schlecht war wo er das Schlafzimmer neu renoviert.
Ein Glück, dass ich ausgezogen bin. Haha.

Ein Gedanke auch an euch. Danke für's lesen und drückt mir die Daumen!

(Eine Mail... nu komm schon...)

Traumhaft, dass ich es total überschrieben habe meinen ganzen Groll von heute hier reinzubrüllen. Vielleicht besser.

Bis zum nächsten Mal ihr geistig umnachteten!

Haibane

Und wenn ich in den Himmel schaue

Ich genieße diese besonderen Minuten..

Diese Minuten in denen man nur existiert und ein sanftes "Hach" säuselt. Ein Begriff der Zufriedenheit, Freiheit, sorglos, unbekümmert, seelenreich.

Ich hätte so gerne deine Stimme gehört als nur ein paar Sätze zu sehen. Wie sehr fehlt sie mir..
Was aber fehlt mir nicht noch alles?
Sind es deine Augen gehe ich über zu deinem Lächeln und den Lippen denen ich mehr geschworen hätte, wäre es möglich gewesen die Zeit anzuhalten als ich sie endlich auf meinen hatte..
Sind es deine Hände, dein Körper, ist es alles im Gesamten, im perfekten Bild in der perfekten Kulisse. Wie es wohl gerade in diesem Moment wäre.

Warum lassen mich diese Gedanken nicht los und warum quäle ich mich selbst mit dem Gedanken was du gerade machst und warum ich so unwichtig scheine.
Rede ich es mir ein oder ist es Realität? Was ist es was du vor mir geheim hälst und warum lässt du mich warten? Die ersehnten paar Minuten ließen sich doch finden, wenn man wollte..?
Warum riskier ich alles gegen nichts und warum kann ich nicht meine Gedanken gegen das Reale tauschen.

Ach süße Qual, könntest du ihm nur das Wasser reichen.

Haibane